Bruce Lee wusste es: Verstehe die Wurzel. Die Bedeutung von Qualifikation und Erfahrung im Fitness Training

Sind sind wir überwiegend von „Blättern“ und „Blüten“ umgeben, geht das Wissen um die „Wurzel“, um die ursprünglichen Prinzipien hinter all den Trends immer mehr verloren? Wird sogar dieses Wissen negiert, um den Wert unnötiger Zusatzqualifikation hoch zu halten? Nutze diesen Beitrag, um Dich bei der Suche nach einem Personal Trainer nicht von Oberflächlichkeiten und blitzenden Maschinen täuschen zu lassen!

Wurzel oder Blatt? Prinzip oder Methode?

Ein Baum bildet jedes Jahr neue Blätter. Diese Blätter nähren seinen Stamm. Er beherrscht also Prinzip und Methode. Im Fitness-Bereich (und wohl nicht nur dort) sind aber Trend und Wissen um die Grundprinzipien und sinnvolle Methoden sehr oft voneinander getrennt. Es ist heute problemlos möglich mit Geld und ein paar Wochenenden Zeitinvestition schnell Trend-Qualifikationen für eine aktuelle Methode zu erwerben, mit der anschliessend Wissen präsentiert (präsentiert <> beherrschen: Informationen werden übrigens erst dann zu Wissen, wenn sie zu bleibenden Verhaltensänderungen geführt haben, die die Erreichung des gewünschte Ziel möglich machen) werden kann, das dem langjährig erworbenen tiefen Verständnis der Grundprinzipien (Erleben der Verhaltensänderung) auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sieht. Deutlich zu sehen ist das an den hohen Anatomieanteilen in fast jeder Ausbildung. Dabei kommt es weniger auf das Wissen der Anatomie an, als vielmehr um die vielfältige Erfahrung im Umgang mit der Anatomie in Bewegung, deren Vermittlung und Korrektur mit einfachen Worten OHNE komplizierte anatomische Begriffe. Mit dem Verständnis der Grundprinzipien ist schnell die passenden Methode, das richtige Werkzeug zum richtigen Zeitpunkt gefunden. Ziel ist dabei wie in der Finanzwelt ein hoher ROI, also mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel erreichen. Viele Trends, oft mit viel Aufwand und (meist teuer bezahlten) hochwissenschaftlichen Studien beworbenen Geräte oder Bewegungsformen, führen hoffentlich auch irgendwann zum gewünschten Ziel. Eine Methode soll aber eben nicht nur funktionieren, sie soll schnell und effektiv mit geringst möglichen Aufwand zum gewünschten Ziel führen. Vielleicht noch unvorteilhafter: Jede materialisierte Methode (z.B. Fitnessgeräte) macht abhängig von dem Gegenstand (dessen Material, dem Wissen der Herstellung, der Pflege etc.). Zitat (kennst Du den Autor?)  „Alles was Du hast, hat irgendwann Dich.“

Navigation oder Handlungsliste?

Besonders deutlich wird dieser Unterschied beim Vergleich mit dem Segeln. Was beim Segeln Wind, Strömungen, andere Schiffe, Bootszustand und Mannschaft, sind bei Personal Training neben vielen weiteren Faktoren Motivation und Ernährung, andere Termine, der Job, Mitmenschen, Bewegungserfahrungen und Familienmitglieder. Faktoren, die sich ebenso wie das Wetter und die zahlreichen Variablen beim Segeln unmöglich vorhersagen lassen. Die Zielerreichung und Beherrschung eines dynamischen Zustand wie Segeln oder Training ist mit der entsprechenden Erfahrung möglich, aber nicht durch Abarbeitung einer Liste oder eines vorgegebenen Programms ohne Anpassung an die individuellen Bedürfnisse, sondern durch permanente Orientierung und schnelles Abrufen der richtigen Handlungen zum gegebenen Zeitpunkt.

Wie finde ich denn nun einen guten Trainer?

Die Sport- und Bewegungswissenschaften beschäftigen sich mit den Grundlagen und Prinzipien und Methoden rund um den menschlichen Körper. Nicht alle Sportwissenschaftler verfügen aber um umfassende Bewegungserfahrungen und die kontinuierliche Umsetzung der von ihnen verwalteten Informationen in Wissen. Ebenso gibt es natürlich auch Trainer mit einer Trendqualifikation, die die Grundprinzipien verstanden haben und hervorragend vermitteln können. Dieses Dilemma lässt sich in allen Bereichen finden. Akademische Ausbildungen garantieren aber zumindest, das sich der Mensch eine gewisse Zeit intensiv mit dem Thema beschäftigt hat. Ob dieser Mensch dann auch der richtige Trainer ist, kann Dir nur Dein Gefühl (sieht der Trainer so aus, als wenn er die Werte, die er predigt auch selbst lebt? Gibt er Dir Energie, lässt er Dich besser fühlen?) und das persönliche Gespräch vermitteln. Genauso so wichtig ist die Umgebung, in der Du Dich mit Deinem Trainer treffen wirst: Wie sind die äusseren Einflussfaktoren (physisch, chemisch, emotional, elektro-magnetisch, thermisch: siehe Artikel Einflussfaktoren Fitness Gesundheit, muss das Training in einem bestimmen Club stattfinden oder ist der Trainer ungebunden und damit erheblich flexibler (lies Dir die Vereinbarung vorher durch!)? Große Clubketten beherrschen ihr Marketing perfekt. Damit liefern sie aber auch ein „schützendes“ Schein-Qualifikationsdach für Trainer (viele Ketten machen den Kauf der notwendigen unternehmensinternen „Scheine“ – oft mit großem Anatomieteil – zu einem netten Zusatzgeschäft), die unerfahren sind und noch nicht das angesprochene Verständnis aufgebaut haben.  So profitieren sie extrem von dem professionellen Ambiente, ohne dass damit auch automatisch ein hoch-effektives Training garantiert ist. Individualität in der Trainingsbetreuung ist leider nicht Garant für Qualität und Effizienz.

Was sind die Grundprinzipien im Fitness-Training?

Es geht um Deinen Körper, Deine Gesundheit und Deine Bewegungsfähigkeit im Alltag und bei den erwünschten Bewegungsformen (Ski fahren, Surfen, Laufen etc.). Dazu sollte Dein Körper in möglichst vielen Bereichen funktionsfähig und problemlos einsetzbar sein. Ein Bewegungsprogramm, das diese Anforderungen erfüllt, habe ich hier beschrieben.

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Lars

Leidenschaftlicher Bewegungspraktiker und begeistert von den Möglichkeiten des Internets für Fortbildung und Marketing. Ich liebe meine Familie, Wasserball spielen, Katamaran segeln, Lesen und Espresso.